Der Österreicher Sepp Bradl springt am 15. März 1936 im slowenischen Planica als erster Skispringer über die magische 100 Meter Marke. Mit einem Schlag ist er ein internationaler Star.
Am 15. März 1938 verbessert er seinen eigenen Weltrekord noch einmal auf 107 Meter – genau an jenem Tag, an dem Adolf Hitler am Wiener Heldenplatz von der jubelnden Menschenmenge empfangen wird und den „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich proklamiert. Danach springt Bradl für das deutsche Team. 1939 und 1941 wird er deutscher Meister, 1939 sogar Weltmeister für Deutschland. Als Mitglied der SA wird er bis zum Obersturmführer befördert.


Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wird Bradl deswegen 1948 die Teilnahme an den Olympischen Spielen in St. Moritz verwehrt. In den österreichischen Medien sorgt dies für Unverständnis und einen Sturm der Entrüstung.
Bradl wird bis zum Ende seiner Karriere noch insgesamt sieben Mal österreichsicher Meister im Skispringen.

